Hintergrund
Der Spracherwerb ist für Kinder eine der elementarsten Kompetenzen und damit ein Meilenstein in ihrer Entwicklung. Die Fähigkeit, sich anderen mitzuteilen, erweitert den Horizont eines Kindes auf vielfache Weise. Es verändert dabei:
- seine Art, zu spielen,
- die Erschließung seiner Umgebung und
- die Qualität seiner Beziehungen zu Anderen.
Sprache ermöglicht Kindern den Austausch mit Anderen und damit die soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Des Weiteren sind Schrift- und Lautsprache ein Schlüssel zur Bildung und haben somit einen wesentlichen Einfluss auf die Zukunftschancen eines Kindes.
Dennoch ist der Anteil der Kinder mit Sprachauffälligkeiten in Brandenburg hoch. Genauer betrachtet liegt der Anteil der Sprachauffälligkeiten bei Schulanfängern bei ca. 20,3 %. Desweiteren muss beachtet werden, dass die Entwicklung der Sprache bei Kindern oftmals von der sozialen Lage ihrer Familie beeinflusst wird. Das Landesgesundheitsamt in Brandenburg deutet an, dass damit Kinder aus sozial schwachen Lebenslagen ein weitaus größeres Risiko haben, Sprachstörungen zu entwickeln, als Kinder aus einem sozial starken Milieu. Laut derzeit noch unveröffentlichtem Armutsbericht lebt ein Viertel der Brandenburger Kinder in Hartz-IV-Haushalten. Dies
- verdeutlicht die prekäre Situation vieler Brandenburger Kinder,
- bestätigt den Zusammenhang zwischen Armut und der hohen Zahl an sprachauffälligen Kindern
- unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf in der Sprachförderung im Kita-Alltag.
In Brandenburg besuchen über 90% der Drei- bis Sechsjährigen eine Kita. Dies bietet Kitas die Chance, möglichst viele Kinder in Ihrer Sprachentwicklung und mit Hilfe des sprachförderlichen Dialogs zu fördern. Den gesetzlichen Auftrag dazu haben sie – die Brandenburger Grundsätze Elementarer Bildung beinhalten u.a. den Bildungsbereich „Sprache, Kommunikation und Schriftkultur“. Damit stehen Brandenburger Kitas in der Verantwortung, die Sprachentwicklung bei Kindern zu fördern.